Freudenhaus 2018

2018 – Gedenk– und Jubiläumsjahr

Vom Jahr der Revolution 1848 über das Ende des Ersten Weltkriegs und die Gründung der Republik Österreich 1918, die Machtergreifung Hitlers in Österreich 1938, die Erklärung der Menschenrechte 1948 bis zu den internationalen Protesten gegen den Vietnamkrieg und die konservativ geprägte Nachkriegsgeneration durch die 68er–Bewegung – die Welt wäre heute eine andere ohne diese Ereignisse.

Mit etwas Verspätung ist die kulturelle Revolution des Jahres 1968 dann auch nach Vorarlberg übergeschwappt und konnte auch von der erzkonservativen ÖVP unter Landeshauptmann Kessler – trotz Verbots von FLINT 2 im Jahr 1971 – nicht aufgehalten werden. Denn mit der damaligen SPÖ–Regierung Kreisky erlebte Österreich einen gravierenden gesellschaftspolitischen und kulturellen Wandel, der bis nach Vorarlberg wirkte. In der Folge gab es die Randspiele in Bregenz, es entstanden Jugend– und Kulturzentren wie Saumarkt oder Spielboden und viele andere Initiativen, die das kulturelle Leben heute in Vorarlberg wesentlich prägen.

Dazu hat auch das seit 10 Jahren nicht mehr existente Festival Impuls gehört, das von 1988 bis 2008 internationale Straßentheatergruppen mit unvergesslichen Inszenierungen auf den Marktplatz nach Dornbirn gebracht hat. Leider ist dieses Projekt, das wie kein anderes dem Grundsatz „Kultur für alle“ verpflichtet war, an der provinziellen Engstirnigkeit der städtischen Kulturpolitik samt zwei Leitbildern nach 20 Jahren gescheitert. Ob sich an dieser Geisteshaltung der Protagonisten – trotz der Bewerbung Dornbirns zur Kulturhauptstadt Europas – entscheidend etwas geändert hat, darf stark bezweifelt werden.

Und auch das Freudenhaus feiert ein kleines Jubiläum. Seit 15 Jahren bieten wir Kabarett, Theater, Circuskunst und Konzerte im nostalgischen Flair unseres Musik– und Theaterzeltes an immer wieder wechselnden Spielorten – nur noch dieses Jahr im Millennium Park Lustenau..

Willi Pramstaller