Kabarett | Österreich

Andreas Vitásek

Otto Grünmandl - Das Verschwinden des Komikers
Donnerstag, 8.6. | 20:30

Wo Berge sind, sind Abgründe. Der Kabarettist Otto Grünmandl aus den Tiroler Alpen, vormals Tuchhändler und Rundfunkredakteur, war ein Abgrund, ein
melancholischer, tiefer, skurriler. Das Genre Kabarett, in dem sonst Pointen krachen und Attacken klirren, wurde mit Grünmandl zum Ort des Absurden, Aberwitzigen, und der Nonsens entpuppte sich als Sinn des Lebens. Eine Jugend als "Halbjude" hatte ihn geprägt, ein Technik-­Studium lehrte ihn, "Selbstverständlichkeiten nicht mehr so selbstverständlich hinzunehmen". Erst mit 50 beschloss er, freischaffender Kabarettist zu werden, der stille Brüter ging ans Netz. Biedermännisch trat er auf in seinen Ein-­Mann-­Sketchen, streng gescheitelt; als Brandstifter der heilen Welt verließ er die Szene.
(aus einem Nachruf auf Otto Grünmandl, erschienen im SPIEGEL)

Andreas Vitásek widmet sich in dieser Hommage dem Kabarettisten, Volksschauspieler und Schriftsteller Otto Grünmandl - einem Meister des Absurden. Es ist eine Reise in das absurde Gedankenuniversum dieses im Jahr 2000 verstorbenen Tiroler Künstlers. Ausschnitte aus dessen Bühnenprogrammen wie „Ich heiße nicht Oblomow“ verbinden sich mit Texten aus der Spätphase und weniger bekannten Gedichten zu einem Porträt dieses einzigartigen Kabarettisten. Ein abgründig-­humoristischer Bühnenabend, versehen mit der unverwechselbaren Vitásek-­Handschrift.
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